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Werden umweltfreundliche Getränkegefäße von europäischen Importeuren bevorzugt?

2026-08-27 16:43:42
Werden umweltfreundliche Getränkegefäße von europäischen Importeuren bevorzugt?

Wie EU-Vorschriften das Geschäft mit Trinkgefäßen-Importen tatsächlich neu gestalten

Wenn Sie gerade Trinkgefäße nach Europa importieren, wissen Sie bereits, dass sich der Boden unter Ihren Füßen verändert hat. Das alte Rezept – preisgünstige Kunststoffbecher liefern, einen Preis erreichen, Volumen bewegen – funktioniert nicht mehr. Und es handelt sich nicht nur um einen Trend; es ist eine regulatorische Neuausrichtung des gesamten Marktes.

Wir befinden uns bereits seit einiger Zeit in dieser Übergangsphase, und ehrlich gesagt ist es nicht die Regelung selbst, die am schwierigsten ist. Es ist das Tempo. Zwischen nationalen Zeitplänen, die nicht aufeinander abgestimmt sind, und sich ständig erweiternden Zertifizierungsanforderungen werden Importeure, die Konformität lediglich als eine Formsache betrachten, zunehmend unter Druck gesetzt. Diejenigen, die erfolgreich sind? Sie behandeln regulatorische Vorgaben wie ein Gestaltungsmandat – und entwickeln Produktlinien, die tatsächlich dorthin passen, wohin sich der Markt bewegt.

Was die Richtlinie zu Einweg-Kunststoffen vor Ort tatsächlich bedeutet

Die Richtlinie über Einwegkunststoffe klingt auf dem Papier einfach: bestimmte Einweg-Kunststoffartikel verbieten, wiederverwendbare Alternativen fördern. Doch die operative Realität ist komplizierter. Frankreich beispielsweise hat zusätzlich sein eigenes Anti-Verschwendungsgesetz eingeführt, das konkrete Mindestanteile an Recyclingmaterial vorschreibt – Anteile, die in anderen Mitgliedstaaten nicht existieren. Deutschland betreibt ein strenges Pfandsystem, das die Preisgestaltung und Sammlung von Behältnissen verändert. Wenn Sie also dasselbe Produkt in beide Länder versenden, verwalten Sie faktisch zwei unterschiedliche Compliance-Regime – was Kosten, Komplexität und Zeit bis zur Markteinführung erhöht.

Das große Ganze hält uns nachts wach: Das verbindliche EU-Ziel für 2030 verlangt, dass sämtliche Verpackungen wiederverwendbar oder recycelbar sind. Das ist gar nicht mehr so weit entfernt – und bedeutet, dass jedes Produkt, das heute bereits diesem Rahmen nicht entspricht, faktisch auf Abruf lebt. Wir haben bereits gesehen, wie konventionelle PET- und PS-Artikel aus den Regalen großer Einzelhändler verschwunden sind – nicht etwa, weil die Verbraucher sie nicht mehr wollten, sondern weil die Händler wissen, dass sie kein Risiko eingehen können, Lagerbestände zu führen, die bald nicht mehr konform sein werden. Für Importeure ist das ein klares Signal: Wenn Ihr Sortiment weiterhin auf Einwegkunststoffe setzt, sind Sie nicht nur hinterherhinkend – Sie bauen gerade einen stillgelegten Vermögenswert auf.

Erweiterte Herstellerverantwortung: Die Kosten, die die meisten Importeure unterschätzen

Hier ändert sich die Rechnung wirklich. Regelungen zur erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility, EPR) verlagern die Kosten für das Lebensende des Produkts zurück auf den Importeur. Das bedeutet: Sie zahlen nicht mehr nur für Produktion und Versand, sondern finanzieren auch Sammel-, Sortier- und Recyclinginfrastruktur. In Italien tragen Getränkeunternehmen bereits direkt zu EPR-Systemen bei, und diese Kosten fließen unmittelbar in die Stückkosten ein. Es handelt sich nicht um eine kleine Postenposition.

Wir haben die Zahlen mit mehreren Kunden durchgerechnet, und der Unterschied zwischen einem Produkt, das leicht zu recyceln ist, und einem, das es nicht ist, kann die Gewinnmargen um mehrere Prozentpunkte beeinflussen. Homogene Materialien wie Edelstahl oder reines Glas vermeiden die teuren Trennprozesse, die Mehrschicht-Kunststoffe erfordern. Deshalb lenken wir Kunden seit geraumer Zeit in Richtung einfacherer Materialzusammensetzungen – nicht nur für nachhaltigkeitsbezogene Kommunikation, sondern weil dies am Ende Kosten einspart. Der Haken dabei? Die Umsetzung der Erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) ist in Europa nicht einheitlich. Ausgereifte Märkte wie Deutschland verfügen über vollständig funktionierende Systeme; einige südeuropäische Länder befinden sich noch in der Phase der Konzeption ihres Vorgehens. Importeure müssen daher hohe Compliance-Kosten in einer Region mit sich ständig wandelnden – und manchmal unklaren – Anforderungen in einer anderen Region abwägen. Es handelt sich um ein sich ständig verschiebendes Ziel, das Sie zwingt, in Szenarien statt in Gewissheiten zu denken.

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Die Stimmung der Verbraucher ist kein nettes Zusatzfeature mehr – sie ist ein Beschaffungsfilter

Früher betrachteten wir die Präferenzen der Verbraucher als etwas, das die Markenbildung beeinflusste, nicht jedoch den Kauf. Das ist vorbei. Eine 2023 von YouGov durchgeführte Umfrage ergab, dass 74 % der erwachsenen Europäerinnen und Europäer wiederverwendbares Trinkgeschirr nun gegenüber Einwegprodukten bevorzugen. Das ist keine Nische – das ist eine überwältigende Mehrheit. Und dies spiegelt sich in den Eurostat-Handelsdaten wider: Die Einfuhren nachhaltigen Trinkgeschirrs stiegen 2023 im Jahresvergleich um 22 %, angeführt von Deutschland und den Niederlanden.

Doch was bedeutet das konkret für einen Importeur? Käufer filtern bereits vor dem Preis nach Nachhaltigkeit. Wir haben bereits B2B-Ausschreibungen gesehen, bei denen nicht zertifizierte Produkte nicht einmal die erste Runde erreichen. Eine Hotelkette, mit der wir zusammenarbeiten, verlangte kürzlich, dass sämtliche Getränkebehälter vor Ort ausschließlich aus 100 % recycelbarem Edelstahl oder Glas bestehen müssen – Einwegkunststoffe wurden vollständig eliminiert. Diese Entscheidung beruhte nicht auf Marketingüberlegungen, sondern darauf, ihre Beschaffung gegen zukünftige Regelungen abzusichern, deren Einführung sie bereits kennen.

Wenn wir also über die Nachfrage der Verbraucher sprechen, meinen wir keine vagen Präferenzen. Wir sprechen vielmehr von einer strukturellen Verschiebung, die bereits in die Art und Weise eingebettet ist, wie gewerbliche Käufer ihre Lieferanten bewerten. Wenn Ihr Produkt keine Nachhaltigkeitsgeschichte mit glaubwürdigen Zertifizierungen als Fundament hat, verlieren Sie nicht nur Regalplatz – Sie werden überhaupt aus dem Kreis der in Betracht gezogenen Anbieter herausgefiltert.

Die Materialien, die tatsächlich auf dem EU-Markt Erfolg haben

Wir erhalten ständig die Frage: Auf welches Material sollten wir setzen? Basierend auf unseren Erfahrungen mit unserer Kundenbasis führt Edelstahl bei der Verkaufsmenge – insbesondere bei isolierten Trinkgefäßen und Flaschen. Bei sachgemäßer Pflege hält es über ein Jahrzehnt, erfüllt ohne Probleme die LFGB- und CE-Normen und widersteht den Anforderungen des gewerblichen Spülens. Glas ist die Premium-Option: Es birgt keinerlei Risiko einer chemischen Auslaugung, ist vollständig recycelbar und besonders in Gastronomie- und Einzelhandelsbetrieben gefragt, wo das Erscheinungsbild zählt. Bambus-Verbundwerkstoffe gewinnen in designorientierten Segmenten an Boden – insbesondere dann, wenn sie die OK Compost-Zertifizierung tragen.

Gemeinsam ist diesen drei Materialien, dass sie einfache Zertifizierungswege bieten. Im Gegensatz zu Kunststoffen benötigen sie kein chemisches Recycling, um wieder Lebensmittelqualität zu erreichen – das bedeutet weniger Tests, weniger Dokumentation und weniger Überraschungen bei der Zollabfertigung. Wir haben Importeure beobachtet, die ihr Portfolio auf diese Materialien diversifiziert haben und dabei deutlich bessere Ergebnisse erzielten als jene, die bei herkömmlichen Kunststoffen blieben. Der Unterschied zeigt sich nicht nur im Umsatz, sondern auch in der Stabilität der Margen, denn konforme Materialien ermöglichen langfristigere Verträge und vermeiden kurzfristige Substitutionsprobleme.

Was die Wachstumsdaten über den richtigen Markteintritt verraten

Die von Eurostat genannte jährliche Wachstumsrate von 22 % bei nachhaltigen Getränkeverpackungen wird oft zitiert, doch die eigentliche Aussage liegt darunter: Deutschland und die Niederlande sind nicht nur große Absatzmärkte – sie fungieren als Distributionszentren. Produkte, die dort den Zoll passieren, werden häufig an andere Mitgliedstaaten weiterverteilt. Wenn Sie also zum ersten Mal in den EU-Markt eintreten, stellen diese beiden Länder strategische Zugangspunkte dar – nicht bloß Endmärkte.

Die Zertifizierungslandschaft untermauert diese Entscheidung. LFGB ist der Goldstandard für Lebensmittelkontaktsicherheit in Deutschland und genießt auch international Gewicht. Die CE-Kennzeichnung deckt umfassendere Produktsicherheitsanforderungen ab und ist weit verbreitet anerkannt. OK Compost wird zunehmend unverzichtbar für alle Produkte, die als biologisch abbaubar beworben werden. Wir raten Kunden, diese Zertifizierungen frühzeitig zu beschaffen – noch wichtiger jedoch ist es, Prüfberichte auf Chargenebene vorzuhalten und nicht nur werksweite Zertifikate. Die Einkäufer werden immer anspruchsvoller; sie verlangen den Nachweis, dass jede Lieferung – nicht nur die Probe – den geltenden Standards entspricht.

Und die Vertriebsstrategie? Der Großhandel dominiert nach wie vor bei großen Aufträgen mit individuellem Logo – etwa für Café-Ketten, Hotelgruppen oder Firmengeschenke. Doch B2B-E-Commerce-Plattformen wachsen schneller bei mittelgroßen Käufern, die niedrigere Mindestbestellmengen (MOQs) und schnellere Nachbestellungen wünschen. Eine Umfrage aus dem Jahr 2024 ergab, dass 68 % der ersten Importbeziehungen heute über verifizierte digitale Marktplätze entstehen. Daher empfiehlt sich eine Dual-Channel-Strategie: ein umfassender Großhandelskatalog mit vollständiger Dokumentation sowie eine starke Präsenz auf Plattformen, auf denen Konformitätsdaten durchsuchbar und sichtbar sind. Das reduziert Reibungsverluste, fördert frühzeitig Vertrauen und verkürzt den Verkaufszyklus – was besonders wichtig ist, wenn jede Woche Verzögerung Ihre Margen schmälert.

Fazit? Der EU-Markt schließt sich nicht für Importeure – er erhöht lediglich die Anforderungen. Und für jene, die Konformität als gestalterischen Vorteil statt als Belastung betrachten, ist die Chance größer denn je.